Die berühmt-berüchtigten Cape Flats

Ein Faktencheck zu den Townships in Kapstadt

Als Cape Flats wird das Gebiet südöstlich vom Stadtzentrum Kapstadts bezeichnet, das den Großteil der Kapstädter Bevölkerung beherbergt. Der Name 'Cape Flats' kommt ursprünglich von der tiefliegenden Fläche, auf dem sie erbaut wurden.

Bereits im Jahre 1950 wurde vom damaligen südafrikanischen Parlament ein entsprechendes Gesetz zur räumlichen Trennung der verschiedenen ethnischen Gruppen im so genannten Group Areas Act, Act No. 41 / 1950, verabschiedet. Damit wurde die räumliche Segregation vorangetrieben, die die nicht-weiße Bevölkerung von dem Zentrum an die äußeren Ränder der Stadt zwangsweise umgesiedelt.

Das Bild, das immer noch in den Köpfen vieler Menschen vorherrscht, ist, dass die Townships von Kriminalität und Armut geprägt sind. Doch ganz so einfach ist es nicht, man muss sich das Ganze differenzierter anschauen, viele Dinge haben sich seit Ende der Apartheid verbessert. Schau dir also hier unseren Überblick über die Townships in Kapstadt an und wirf' deine Vorurteile über Bord. 

Langa
So wurde dieser Außenbezirk von Kapstadt im Zuge des 'Native (Black) Urban Areas Act No 21 of 1923' bereits 1927 gegründet und ist somit das älteste Township in Kapstadt. Der Name stammt ursprünglich von einem Aufständischen des amaHlubi-Stammes in KwaZulu-Natal, namens Langalibalele, der im Gefängnis von Robben Island im Jahre 1873 eingesperrt, aber 1875 wieder freigelassen wurde. Sein Name heißt übersetzt 'Die Sonne ist siedend heiß', daher bedeutet Langa wörtlich übersetzt 'Die Sonne'. Langa ist 12 km vom Stadtzentrum entfernt und sowohl über die Autobahn N2 sowie mit dem Zug erreichbar. Um ein bisschen von der Luft in Langa zu schnuppern empfehlen wir einen Aufenthalt im Ma Neo Bed & Breakfast, das bereits 1999 eröffnet wurde. Oder unternehme eine kulturelle Township-Tour mit Camissa Eco Tour. Auch sehr empfehlenswert ist das Restaurant Eziko, das gerade wegen der typisch afrikanischen Spezialitäten so populär ist. Schau bei Guga S’Thebe Arts and Craft Centre (Ecke Washington & Church Street) vorbei und bestaune die traditionellen Gewänder und Töpferwaren.

Nyanga
Aufgrund eines massiven Zuzugs an Arbeitskräften in den späteren Jahren wurde es in Langa zu eng. Daher wurde in nördlicher Richtung knapp 10 km ein neues Township namens Nyanga, das übersetzt 'Der Mond' heißt, errichtet und ist das zweitälteste Township in Kapstadt. Es grenzt an die anderen Townships Gugulethu und Manenberg an und besteht zum Großteil aus informellen Siedlungen, obwohl bereits viel unternommen wurde, um die Lebensumstände dort zu verbessern. Einzelne Stadtteile wurden zum Beispiel nach aufschlussreichen Namen wie Barcelona oder Europa benannt.

Gugulethu
Meist in der Kurzform 'Gugs' referiert, grenzt es an die anderen Townships Manenberg und Nyanga an und ist wegen des weltberühmten Restaurants Mzoli's so beliebt. Dort kann man sein Fleisch selbst an der Theke bestellen und es dann von jemandem, richtig lecker gewürzt, fertig grillen lassen. Nachdem du bei Mzoli's ausgiebig geschlemmt und gefeiert hast, empfiehlt sich eine Übernachtung im Mbalentle Gästehaus oder Lizewe’s Bed and Breakfast. Dann bist du ausgeschlafen und kannst das geschichtsträchtige Gugulethu Seven Memorial besuchen, welches an die sieben jungen Männer erinnert, die 1986 ihren Widerstand gegen das Apartheidregime mit ihrem Leben bezahlen mussten.

Khayelitsha
Da immer mehr Menschen auf der Suche nach Arbeit in die Stadt am Kap kamen und sich illegal in den Townships von Nyanga niederließen, versuchte man der Überbevölkerung mit der Gründung eines neuen Townships entgegenzuwirken. Somit wurde Khayelitsha, zu Deutsch 'Unsere neue Heimat' 1980 gegründet und zählt heute zu den größten Townships in Südafrika.

Schätzungen zu den Einwohnerzahlen gehen davon aus, dass sogar mehr als 2 Millionen Menschen in 22 Unterbezirken, wie Site C, Macassar und Harare wohnen. In Khayelitsha gibt es nicht nur zahlreiche B&Bs, wie zum Beispiel das Malebo's Township B&B und einen Künstlermarkt, sondern auch einen zentralen Aussichtspunkt, von dem aus man die False Bay, die Hottentots Berge und ganz Khayelitsha überblicken kann. Gleich daneben gibt es auch ein Restaurant und einen kleinen Geschenkeladen, in dem du ein nettes Souvenir erstehen kannst. Stöbere auf dem Khayelitsha Craft Market in Harare nach selbstgemachter Keramik oder Malereien oder im Philani Centre, Site C, in dem du schöne Stoffe und Souvenirs kaufen kannst. Schirmherr des sozialen Philani-Projekts, das die ärmsten Leute in Khayelitsha unterstützt, ist übrigens Desmond Tutu.

Athlone und Rylands
Bevor dieser Teil nach dem vormaligen Präsident der 'Union of South Africa', Earl of Athlone, benannt wurde, wechselten die Stadtteilbezeichnung ganze vier Mal. Der Bereich Athlone umfasst Rondebosch East, Garlandale, Hazendale, Silvertown, Bokmakierkie, Alicedale, Gleemor, Sunnyside, Kewtown, Brdigetown und Rylands. Rylands war damals für den indischen Bevölkerungsteil als Heimatort gedacht.

Athlone befindet sich in nordöstlicher Richtung knapp zehn Kilometer vom City Centre entfernt und dort wohnen knapp 30 000 Menschen. In Athlone gibt es zwei Denkmäler, die von besonderem Interesse sind. Zum einen sind da das Coline Williams und Robert Waterwitch Memorial, das den beiden gleichnamigen ANC-Freiheitskämpfern, die während der Apartheidaufstände ermordet wurden, gedenkt. Zum anderen gibt es das Trojan Horse Memorial, welches an das Blutbad im Jahr 1985 erinnert, bei dem Demonstranten in einen Hinterhalt gelockt wurden, drei Menschen umkamen und 15 von der Polizei verletzt wurden. Will man sich nach diesem historischen Ausflug stärken und sich ein bisschen entspannen und die kapmalayische Umgebung beobachten, dann kommen die Burger und Sandwiches aus dem klassischen WembleyWhopper Roadhouse gerade recht.

Es gibt auch einen exzellenten Jazz-Club namens West End in Rylands, wenn du den Abend erstmal etwas entspannter angehen willst. Wo wir gerade schon beim Nachtleben sind, einer der ehrwürdigsten und fetzigsten Clubs befindet sich in Athlone. Hier treten einheimische DJs auf. Eine Tour mit Coffeebeans Routes führt dich durch diesen Stadteil sowie Manenberg.

Mitchell's Plain
1970 errichtet, war es hauptsächlich für den farbigen Bevölkerungsteil Südafrikas gedacht und Experten streiten sich über die genauen Einwohnerzahlen. Aber es kann davon ausgegangen werden, dass bis zu 2 Millionen Menschen dort leben und es nach Khayelitsha das zweitgrößte Township in Kapstadt ist. Es war ursprünglich als Ort für wohlhabendere Farbige gedacht. Es erstreckt sich über die ganze Küstenlinie von Strandfontein und der Baden Powell Drive führt entlang dieses Abschnittes. Dies ist ganz gewiss eine der landschaftlich schönsten Straßen in Kapstadt, zur einen Seite das Meer und zur anderen Seite das Township. Das Wolfgat Nature Reserve ist auch über diesen Weg erreichbar und das größte Naturschutzgebiet der Cape Flats und dort kannst du die küstennahe Pflanzenwelt sehen. Der Mnandi Resort Beach befindet sich ebenfalls am Baden Powell Drive und ist einer der insgesamt sechs Strände, die den 'Blue Flag Status' erhalten haben, der einen konstant hohen Standard an Badewasserqualität garantiert.

Philippi
Philippi ist eines der neusten Townships mit knapp 150 000 Einwohner. Der Großteil des Gemüses aus Kapstadt kommt von den Farmen in Philippi. Der Edith Stephens Wetland Park in Philippi ist Heimat für 37 verschiedene Vogelarten und eine Vielzahl von Reptilien. Dort findet man auch das farmartige Brachsenkraut Isoetes, das schon seit mehr als 200 Millionen Jahren nur hier existiert. Er wird auch als die grüne Lunge der umliegenden Townships Hanover Park, Manenberg, Guglethu und Nyanga bezeichnet und dient mit seinem 40 Hektar großen Gebiet gleichermaßen als beliebter Picknickplatz für Familien.

Manenberg
Der Name des Townships kommt von einem niederländischen Bäcker namens Maanenberg, der nach seiner Ankunft im 18. Jahrhundert am Kap zu einem Missionar wurde. Dieser ließ sich dann später außerhalb Kapstadts in Papkuilsvlei bei den 'Kaapschen Duinen' nieder und gründete eine Gemüsefarm. Offiziell gegründet wurde Manenberg 1969 und ist heute Heimat von mehr als 70 000 Menschen.

Crossroads
Crossroads wurde aufgrund des Gesetzes 'Illegal Squatter Act, 991', das im September 1976 erlassen wurde, als Notunterkunft errichtet und Menschen aus dem überfüllten Teilen von Nyanga dorthin umgesiedelt. Crossroads befindet sich direkt neben der Autobahn N2, man sieht es auch, wenn man zum Flughafen fährt.

Grassy Park
24 km in südlicher Richtung von Kapstadt liegt Grassy Park. Es wurde errichtet, um die nicht-weiße Bevölkerung aus den Stadtteilen Claremont, Constantia und District Six umzusiedeln. Dort ist auch das Rondevlei Nature Reserve, das ebenso Teil der Wetlands Parks ist. Es zählt zu den wichtigsten Vogelschutzgebieten mit 230 Vogelarten in Südafrika.

Delft
Dies ist ein relativ neues Township, wurde 1990 gegründet und war als günstiger Wohnraum für die untere Bevölkerungsschicht angedacht. Delft teilt sich in sechs Unterbezirke auf: Roosendaal, The Hague, Laden, Voorbrug, Eindhoven, Delft South. Es war das erste gemischte Township, sowohl für Farbige wie auch für Schwarze. Es befindet sich 35 km außerhalb von Kapstadt.

von Julian Friesinger
 

Lerne die Townships doch ein bisschen näher kennen, mit einer geführten Tour wie der Camissa Eco Tour durch Langa oder verschaffe dir einen Überblick über die sonstigen angebotenen Touren in unserer Rubrik Township-Touren in Kapstadt. Von besonderem Interesse ist auch unser Überblick über die B&Bs in den Townships.

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