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Wird Kapstadt das neue Cannes? - Impressionen vom Cape Town International Film Festival 2017

... and Action! Wir waren zur Stippvisite auf dem internationalen Filmfestival unterwegs. Das erste seiner Art in Kapstadt. Film ab!

25. Oktober 2017

Inmitten der V&A Waterfront fanden vom 12.Oktober 2017 bis zum 21.Oktober 2017 zahlreiche Workshops und Messen rund um die Bewegtbildproduktion statt. Selbstverständlich flimmerten sowohl nationale als auch internationale Filme über die Leinwand. KapstadtMagazin verschaffte sich vor Ort einen Eindruck, immer mit der Frage im Hinterkopf: Hat Kapstadt die Chance, sich zum afrikanischen Cannes zu entwickeln? 


 Alles wie gewohnt. Touristischer Alltag im Hafenviertel. 

Ein sonniger Freitag. An der V&A Waterfront geht alles seinen gewohnten Gang. Besucher posieren für ihren perfekten Urlaubsschnappschuss zwischen modernen Gebäudekomplexen und urigen Fischerbooten. Musiker geben alles, um mit traditionellen Chorgesängen den großen Reibach zu machen. Ich höre mich um. Allgemeines Achselzucken. Dabei findet um sie herum gerade das Cape Town International Film Festival statt.

Die Stadt am Kap genießt aktuell so viel Screentime wie noch nie. Gerade deutsche Fernsehfilmproduktionen schätzen das Facettenreichtum der Kapregion. Vom urbanen Setting in der pulsierenden City Bowl bis zu menschenleeren Landstrichen in der näheren und weiteren Umgebung. Kapstadt hat viele Gesichter und deutsche Filmemacher wittern die große Chance, diese gekonnt in Szene zu setzen. Erst vor wenigen Tagen flimmerte mit „Kleiner Junge, großer Freund“, eine öffentlich-rechtliche TV-Produktion des ZDF, über die Empfangsgeräte der Bundesrepublik. Der Film bewirbt sich selbst als Herzkino, hochdramatischer Drohnenaufnahmen vom Tafelberg inklusive.

Selbst der deutsche Bachelor durfte bereits in einer prunkvollen Villa in Camps Bay einige Herzen brechen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt trinkt der Otto-Normal-Deutsche nicht nur gemütlich vor dem Fernseher seinen Amarula, sondern möchte sich auch persönlich von der Schönheit Kapstadts überzeugen. Das filmisch umgesetzte Image hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Tourismusbranche einer Stadt. Und die Mother City boomt, soviel steht fest. Doch wie nutzen das heimische Filmproduktionen für sich aus?

Das Cape Town International Film Festival eignet sich hierbei als perfekter Ort um Nachforschungen anzustellen. Neben kostspieligen Blockbustern aus aller Herren Länder, werden hier auch heimische Low-Budget-Produktionen gezeigt. Ich soll mir heute „Girl from Nowhere“ anschauen - ein 85-minütiger Erotik-Thriller von Mark Jackson. Der Südafrikaner stampfte den Film in kompletter Eigenregie aus dem Boden. Nahm in der 4-jährigen Produktionszeit keinerlei finanzielle Hilfe von Investoren in Anspruch. War Autor, Produzent, Regisseur, Kameramann & Cutter in einem & verbrauchte dabei ein Gesamtbudget von weniger als R300,000. Eine Self-Made-Produktion wie sie im Drehbuche steht.

Der Mann hinter dem "Girl from Nowhere" - Mark Jackson (hier rechts)

Im NuMetro-Kino im Victoria Wharf Shopping Centre lasse ich mich in einen der bequemen Kinosessel fallen. Rund 90 Minuten später färbt sich der Kinosaal schwarz. Das Publikum applaudiert begeistert. Zuviel Handlung soll an der Stelle noch nicht vorweggenommen werden. Nur so viel – der Streifen lebt von seinen Schauplätzen. Die Wüste im Umland Kapstadts (Cedernberge) löst bei ausländischen Zuschauern Fernweh aus und weckt die Ausflugslust bei südafrikanischen Großstädtern. 


Trailer – Girl from Nowhere (2017)

Eine Szene sorgt bei mir jedoch für Irritationen: Ein aufgeladenes Streitgespräch endet in einer wilden Knutscherei zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen. Im Vorfeld blätterte ich durch den Katalog des Filmfestivals. Hier findet sich eine detaillierte Auflistung sämtlicher aufgeführter Steifen, fein säuberlich kategorisiert. Mit dabei – die Sparte LGBT (kurz für: Lesbian, Gay, Bisexuell, Transgender). Neben Filmen aus England, Australien und Italien, ist mit „Jonathan“ auch eine deutsche Produktion gelistet. Das Gastgeberland Südafrika fehlt in dieser Kategorie. Ist die Szene also als gewollte Provokation zu verstehen, als bewusstes Zeichen gegen eine immer noch konservativ eingestellte Filmindustrie in der Regenbogennation? Produzent Mark Jackson gibt Entwarnung.
KapstadtMagazin schildert er: „Der Kuss zwischen den Hauptdarstellerinnen war im ursprünglichen Skript gar nicht vorgesehen. Die Entscheidung für die Szene ergab sich erst während der Dreharbeiten in Gesprächen mit den Schauspielern. Ich bin aber durchaus der Meinung, dass in südafrikanischen Filmen zu wenig gleichgeschlechtliche Liebe dargestellt wird.“ Vielleicht ein, wenn auch nicht ganz kalkuliertes, Statement, dass sich südafrikanische Filme in Zukunft durchaus mehr trauen dürfen, um mit der europäischen Konkurrenz in Cannes mithalten zu können. 

Unverhofft komme ich nach der Vorstellung mit der Kapstädter Grundschullehrerin Adrie Roos Coetzee ins Gespräch. Die resolute Dame bezeichnet sich selbst als leidenschaftliche Cineastin, besonders bei südafrikanischen Arthouse-Produktionen gerät sie ins Schwärmen. „Girl from Nowhere“ begeisterte sie nicht minder, auch wenn sie von Produzent Mark Jackson bis dato noch nichts gehört hatte.

Adrie Roos Coetzee, Cape Town International Film Festival
Adrie Roos Coetzee - Tauscht in ihrer Freizeit gerne den Lehrstuhl gegen einen gemütlichen Kinosessel ein

Besonders die Performance von Christia Visser hat mich vom Kinosessel gehauen.“, sagt Adrie bestimmend, während sie hektisch die gesamte Filmographie der Jungschauspielerin auf ein knitteriges Blatt kritzelt. Die gebürtige Kapstädterin Visser verkörpert in „Girl from Nowhere“ das mysteriöse Straßenmädchen Liza, welches sich im Storyverlauf als blutrünstige Femme fatale entpuppt. Achtung! Jetzt kommt der Plottwist. Auch für das deutsche TV-Publikum ist die südafrikanische Schönheit wahrlich kein unbekanntes Gesicht. An der Seite von Bettina Zimmermann spielt sie eine Nebenrolle in „Zum Teufel mit der Wahrheit“. Ein Film der in Kapstadt abgedreht und beim Privatsender Sat1 im Mai 2015 seine Premiere feiern durfte. Da wären wir wieder: Deutsche Fernsehfilmproduktionen und ihrer Obsession für die Mutterstadt am Kap.

Zum Abschied gibt mir Adrie noch einen ganz besonderen Geheimtipp auf den Weg. „Dead Fish Eyes, Dead Fish Eyes. Dirk van Niekerk ist so ein talentierter Regisseur.“, wiederholt sie sich, während es förmlich in ihren Augen glitzert. Sie soll damit Recht behalten. Der rund 2-minütige Kurzfilm porträtiert die ungeschönte Wahrheit in südafrikanischen Townships. Konnte er gerade deshalb einige der renommiertesten Auszeichnungen der Filmindustrie einheimsen. Unter anderem einen Young Director Award in der Kategorie Charity. Die Preisverleihung gilt als größte Nebenveranstaltung der Filmfestspiele in Cannes. In diesem Jahr waren drei südafrikanische Streifen für diesen Award nominiert. Rekordverdächtig. Südafrika war also zumindest schon mal zu Besuch bei den großen Fischen in Südfrankreich, hatte also die Chance als eigenständige Filmszene Gesicht zu zeigen. 


Dead Fish Eyes (2017)

Aber ist Kapstadt denn jetzt auf dem Weg zum afrikanischen Cannes? Schaut die internationale Filmwelt bald auf die V&A Waterfront und nicht auf die Côte d’Azur? Die Meinungen der Filmschaffenden gehen auseinander. „Wir werden niemals wie Cannes sein. Kapstadt sollte nun bloß nicht versuchen ein reines Abziehbild zu werden. Vielmehr müsse man sich hier auf seine afrikanischen Wurzeln besinnen, sich eine eigene filmische Identität schaffen.“, fasst Produzent Mark Jackson zusammen. Aber was kann seitens der Organisatoren darauf erwidert werden? Auf der abschließenden Pressekonferenz treffe ich auf Fran Thring. Sie war im Laufe des Festivals für das Social-Media-Marketing zuständig. Thring zeigt sich kämpferisch: „Wir wissen, dass es besonders den südafrikanischen Zuschauern nach einheimischen Produktionen dürstet. Doch die finanzielle Umsetzung gestaltet sich aktuell noch als äußerst schwierig. Daran gilt es in den nächsten Jahren weiterzuarbeiten. Cannes ist das Ideal nach dem wir streben.


Social-Media-Managerin Fran Thring auf der Abschlusskonferenz

Mit den Worten „The lights just switched on“ wird das Cape Town International Film Festival 2017 beendet und das, obwohl man sich eigentlich noch ganz am Anfang befindet. Das Potenzial der südafrikanischen Filmindustrie scheint erkannt und hat sich als ein wertvoller Wirtschaftszweig identifiziert und viele neue Arbeitsplätz geschafft, auch wenn man aktuell noch im Schatten des großen Bruders in Südfrankreich steht.
Fakt ist, dass die Filmcrews aufgrund der entgegen gesetzten Jahreszeiten zu Europa, hier im europäischen Winter drehen können und Produktionskosten im Vergleich zu Deutschland (noch) bedeutend niedriger sind.

In Kapstadt ist die Klappe also noch lange nicht gefallen.
Bis zum nächsten Jahr. 

von Lisa Levkic 

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