Im Interview mit Hot Water’s Frontsänger Donovan Copley

Über alles - von der musikalischen Vielseitigkeit der Band, bis hin zum Sinn des Lebens.

Man nehme Wasser, füge ein paar Prisen traditionellen, südafrikanischen Sounds, ein bisschen Folk, Blues und Indie-Pop Rock hinzu, rührt es gut um und bringt das Ganze zum Kochen… - und schon hat man das Rezept für die südafrikanische Nachwuchsband Hot Water.

Oder wie der Frontmann der Band, und Bob Dylan Doppelgänger Donovan Copley noch treffender erklärt: ”Hot Water’s Musik und die Bandmitglieder sind so vielseitig und kommen aus so vielen verschiedenen Richtungen, weil Südafrika als Land selbst auch so viele Facetten zu bieten hat.“

Für all die, die noch nicht zur Musik der aus Kapstadt stammenden Band gejammt haben: Hot Water verbindet Elemente verschiedener Musikstile - wie Kwela, Mbaqanga, Sakkie-Sakkie, Ghoema, Maskandi und Kwasa Kwasa – und Donovan singt häufig auf Xhosa. Allerdings sagt er, dass die Sprache nicht entscheidend ist. Der Rhythmus übertöne sie und da spiele die Sprache keine Rolle mehr.

Wir haben uns mit Donovan zusammen gesetzt, um über die Stadt, die Arbeit – und kurzum über Hot Water zu reden.

Aber vorher, macht euch erstmal einen Eindruck von Hot Water’s Sounds:

Hot Water 'warming up' The Hague Jazz 2009            Hot Water - laduma [live] 

 

KapstadtMagazin: Wie kamt ihr auf den Namen Hot Water?

DC: Ich glaube, wenn man sich einen Band Namen überlegt, will man einfach etwas finden, was die Energie und den Vibe der Musik, die man macht, widerspiegelt. Hot Water ist dabei einfach neutral – es kann Trouble bedeuten, ist aber auch etwas Positives und ein lebenswichtiger Aspekt allen Lebens.

Der Name konnte am Anfang also alles bedeuten und wird jetzt eben immer spezifischer, wenn du weißt, was ich meine. Im „Hot Water“ liegt für uns also die Freiheit, uns selbst zu finden. Ich mein, wenn man mal so drüber nachdenkt: Wenn du einen Topf voll heißem Wasser hast, gibt’s ja auch viele Sachen, die man damit machen kann.

KapstadtMagazin: Wie kam es, dass ihr euch für einen Mix aus so vielen verschiedenen Musikstilen entschieden habt?

DC: Das fängt mit dem ganz persönlichen Entwicklungsprozess und der Frage “Was ist meine Identität?“ an. Ich bin Engländer, mit unterschiedlichen europäischen Wurzeln. Meine Familie lebt seit Generationen in Südafrika und ich bin im Eastern Cape geboren. Also bin ich schon irgendwie Afrikaner, aber irgendwie halt auch nicht. Und das ist auch genau das, was sich in unserer Musik widerspiegelt – und zwar, wie man das Englische mit dem Afrikaans und all den afrikanischen Sprachen zusammen bringen kann.

Und wo befinde ich mich da? – Irgendwo in der Mitte. Das war schon immer so. Mitten im Jahr geboren und in unserer Familie war ich auch das Sandwichkind. Es liegt also bei mir, die Brücken zu bauen, die all die verschiedenen Aspekte miteinander verbinden.

KapstadtMagazin: Gibt es einen Ort in Kapstadt, der eure Musik besonders beeinflusst hat?

DC: Vor zehn Jahren gab es einen großen Brand in Kapstadt, inklusive auf der Chapman’s Peak Seite, auf der ich wohne. Das Feuer hat sich auf viele Gebiete Kapstadts ausgedehnt und es kam einem vor, wie das Ende der Welt. Ich ging damals sofort runter zum Strand. Es wurde gerade dunkel und das Feuer kam im wahrsten Sinne des Wortes den Berg runter gerollt. Bäume brachen auseinander und fielen ins Meer. Es sah so aus, als würden das Feuer und Wasser zu einem Tanz verschmelzen – wie der Name unserer Band.

Der Name war mir in diesem Moment noch nicht eingefallen, aber der Vibe war da. Dieses Erlebnis hatte einen großen Einfluss. Ich habe einen Song mit dem Titel „Bushfire“ für unser erstes Album geschrieben - der auch unsere erste Single war - und für unser zweites Album den Song „Shu Shu“, der auch einen Bezug zu dem Feuer hat.

KapstadtMagazin: Wo gehst du freitagabends am liebsten hin, um mit deinen Freunden ein Bier zu trinken?

DC: Ich kann euch auf jeden Fall den Platz in der Stadt empfehlen, wo man nach den Proben das beste Chicken Sandwich bekommt: Von unserem Studio aus gegenüber den Weg runter, ist ein Café in der Albert Road in Woodstock. Ich weiß den Namen nicht, aber man kriegt dort ein Chicken Meal Sandwich für R14 – es ist göttlich. Da ist so eine Indische Mama die das zubereitet; mit ein bisschen Käse, Salz und Pfeffer. Es ist einfach perfekt!

KapstadtMagazin: Wenn du es dir aussuchen könntest, wo wäre in Kapstadt der beste Ort für ein Konzert?

DC: Ich würde gerne ein Konzert auf Robben Island machen. Bei Hot Water geht es um die Verwandlung auf emotionaler und psychologischer Ebene, ganz wie auf Robben Island…. Und von da aus hat man natürlich auch eine großartige Aussicht auf den Tafelberg.

KapstadtMagazin: Welche Ziele hast du für die Zukunft?

DC: Eins meiner Ziele ist es, meine Berufung auszuleben. Ich glaube, aus dem natürlichen Empfinden heraus, will jeder im Leben einfach er sssselbst sein können. Für mich geht es darum, dieses Empfinden zu befriedigen.

KapstadtMagazin: Mit welchem eurer Songs fühlst du dich persönlich am meisten verbunden?

DC: Da ich vom Eastern Cape bin, fühl ich mich mit dem Song “Siki Siki” am meisten verbunden. Siki Siki ist ein Ort im Eastern Cape. Außerdem liebe ich den Sound und die Story des Songs. Es ist eine universale Geschichte, eine die ich nachempfinden kann.

KapstadtMagazin: Was ist bisher das Witzigste, das euch bei einem Gig oder unterwegs passiert ist?

DC: Das war in Amsterdam. Wir haben dort mitten in der Stadt, nahe dem Rotlichtviertel gespielt. Wir sind relativ früh ins Zentrum rein gefahren, um unser Zeug abzuladen, aber später kommt man dann mit dem Auto nicht mehr bis zum Zentrum durch. Daher mussten wir unsere Sachen nach dem Gig dahin tragen, wo wir geparkt hatten – und der schnellste Weg dorthin ging direkt durch die Mitte des Rotlichtviertels. Wir sind also mit der ganzen Truppe und all unseren Gitarren und Instrumenten dort durch. Das war schon ziemlich witzig.

KapstadtMagazin: Gibt es eine Stadt, in der ihr auf jeden Fall noch auftreten möchtet – und warum?

DC: In New York, im Central Park in Manhattan. Amerika ist immerhin das Zentrum der Welt, nicht wahr? (lacht sarkastisch) Also ist das die Mitte der Mitte, oder? Ja, also der Central Park wäre schon ein cooler Platz, um dort zu performen. Da sind schon so einige Ikonen aufgetreten.

KapstadtMagazin: Welche Sänger oder Bands bewunderst du?

DC: Ich liebe die Musik der 60er und 70er: Bob Dylan, Jimi Hendrix, Bob Marley, Paul Simon. Und dann sind da noch die aus Südafrika – Johnny Clegg, Juluka und viele weitere Musiker aus den 60ern.

KapstadtMagazin: Welcher ist für dich der beste Song aller Zeiten?

DC: “GraceIand” oder “Diamonds on the Soles of her Shoes” von Paul Simon. Dieses Album [Graceland]  hat der südafrikanischen Musik und dem südafrikanischen Sound alle Türen der Welt geöffnet.

KapstadtMagazin: Wie verbringst du deine Freizeit, wenn du mal keine Musik machst?

DC: Das werde ich oft gefragt. Ich bin im Musik Business tätig. Also wenn ich gerade keine Musik mache, dann kümmer ich mich ums Business. Ich glaube aber, dass es da ein Ungleichgewicht zwischen den beiden Seiten gibt. Es geht vielleicht manchmal zu viel ums Business, und zu wenig um die Musik. Die Musik und das Business sollten zusammen stehen.

Noch eine Frage von einer unserer Leserinnen, Rachel Botsis: Uyakwazi ukuthetha isiXhosa kakuhle? [Übersetzung: Sprichst du fließend Xhosa?]

DC: Haikhona, Ndithetha isiXhosa kancinci nje! [Übersetzung: Ne, ich spreche nur ein bisschen Xhosa!]

Donovan sagte uns dazu noch: Ich singe keinen ganzen Abschnitt auf Xhosa; ich baue Brücken mit den Wörtern; und die Jungs mit denen ich arbeite erweitern das dann.

Von Karin Willemsen, übersetzt von Maike Fröhlingsdorf  

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