Avis Unogwaja Challenge: Cape Town to ...
A journey of inspiration











| Mon - Sat | 09h30 - 17h00 Sun | 10h00 - 17h00 | |
![]() | +27 (0)21 876 3055 |
![]() | Happy Valley Road | Franschhoek |
![]() | www.moreson.co.za |
![]() | sales@moreson.co.za |
![]() | moreson |
![]() | Moreson |
Da ist eine gewisse Magie über dem Môreson Wine Estate. Vielleicht ist es deren goldener Méthode Cap Classiques (MCC) oder aber der plätschernde Bach mit den vielen Fröschen. Es könnte auch das Restaurant des Weinguts namens 'Bread and Wine' sein, dessen Koch Neil Jewel (einer der landesbesten Wurstwarenhersteller) ist. Es kann auch das Orchideen-Gewächshaus, das vor lauter exotischer Blumenpracht überquillt oder aber der Brunnen mit den bronzenen und silbernen Wünschen sein. Nein, denn als ich Nikki Friedman antreffe, Geschäftsführerin des Weinguts, beschließe ich, dass es die Familie ist, die dem Weingut seinen Glanz verleiht.
Nikki hat strahlend blaue Augen und eine dazu passende Strähne in ihrem kurzen brünetten Haar. Sie wuchs auf dem Familienhof auf. Die Familie ist eng miteinander verbunden. Nikki hat eine jüngere Schwester, Charlie, und zwei Brüder, Dane und Blake. Niki selbst ist auf Môreson aufgewachsen, rettete eine Zeit lang kleine Enten, sprang in Flüssen umher und stiftete Unsinn. "Ich werde richtig nostalgisch bei dem Licht in dieser Jahreszeit. Es versetzt mich in diese fröhliche Zeit zurück", sagt Nikki, "ich habe viele Jungs auf dieser Farm geküsst", fügt sie lachend hinzu. Wir sitzen in aus Eisen gefertigten Stühlen, mit langen Gläsern voll Solitaire MCC in der Hand. Aus 100% Chardonnay gekeltert, hat dieser Champagner einen angenehm holzigen Geschmack.
"Meine Eltern leben in Amerika", sagt Nikki, "aber sie kommen uns recht oft besuchen. Und wenn sie das machen, feiern wir die großen, wilden friedmanschen Dinner. Jeder quasselt zur selben Zeit. Es kann etwas erdrückend wirken, wenn man das nicht gewohnt ist. Ich fragte mal meinen Vater, warum wir eigentlich immer übers Geschäft reden und er antwortete: 'Eben weil wir immer übers Geschäft reden, sind wir so erfolgreich.'"
JP Franzsen, der Wirt und Verkoster des Weinguts, hat uns ordentlich was eingeschenkt von dem im Fass fermentierten Chenin. Dieser hat die Farbe von verblühten Ringelblumen, das Bukett ist frisch und fruchtig und steigert sich schließlich zu einem Aroma von gerösteten Nüssen und Honig.
"Das Bukett des Weines ist immer wichtig", meint Nikki. "Er leistet einen großen Beitrag zu dem, was du schmeckst. Wir stellen Wein her, der sich in deinem ganzen Mund ausbreitet. Ausgewogen. Mit einem langen, langen Abgang, diese Art von Abgang, den du immer wieder haben willst. Egal, wie viel oder wie wenig du über Wein weißt, das macht hier keinen Unterschied. Wein kann recht versnobt sein, aber sollte es nicht."
Als Nächstes nähern wir uns dem Chardonnay. Das Bukett weißer Blumen und buttrigem Toast verdichtet sich zu dem Geschmack von Butterkeks mit Zitrusnote. Das Holz ist hell und integrativ – was dem Wein lediglich noch mehr Struktur verleiht.
Gute Güte, Miss Molly
JP hat die Miss Molly-Palette herausgebracht. Die Marke ist eine Parodie auf den Familienhund, ein eleganter, grauer Weimaraner, der natürlich Miss Molly heißt (manchmal wird er auch 'Stinky', 'Skinkle Bum' oder 'Molly Mouse' genannt). "Unsere Familie ist verrückt nach Hunden", so Nikki, "verrückt nach Tieren im Allgemeinen. Meine Mutter hat einmal drei herrenlose Rattenbabys von Hand aufgezogen."
Jeder Wein der Miss Molly-Linie ist einem Tier der Familie zugeordnet. Selbst der altruistische Jagdhund wird mit eingebunden, deshalb wird ein Teil des Erlöses einer jeden in Südafrika verkauften Flasche von Miss Molly der 'South African Guide Dogs’ Association für Blinde' gespendet. "Es ist wirklich Molly, die das Geld einbringt", sagt Nikki begeistert. "Ich besitze die wohl schönsten Briefe, die an sie adressiert waren, geschrieben von 'anderen Hunden', die ihr danken wollten. Sie ist ein Hollywoodstar. Mein Vater sagt, sie läuft nicht, sondern sie schlendert. Sie weiß, dass sie berühmt ist."
Und ihr Wein ist auch gut. Wir schlürfen einen Hoity Toity, eine Mischung aus Chenin und Viognier. Wunderbar frisch und wirklich ein passender Wein zum Essen. Es ist außerdem ein MMC und eine Mischung mit Rotwein im Angebot.
Das Licht ändert sich im Hof, es wird später Nachmittag. Weinmacher Clayton Reabow setzt sich zu uns an den Tisch und bringt eine Flasche Rotwein mit. Clayton kommt recht schick daher (er sieht aus wie jemand, der sich auf einen Felsen setzt und eine Camel raucht).
Aber anstatt zu rauchen, schenkt er uns violettfarbenen Cabernet Franc ein. Von dieser Marke werden nur vier Fässer hergestellt, das gilt übrigens für jeden Rotwein von Môreson. 24 Monate in französischen Eichenfässern gereift, ist der Wein schwer und warm – und vollkommen schmackhaft.
Das ist auch der Zeitpunkt als Nikki sprichwörtlich das Kaninchen aus dem Hut zaubert: „Und das ist unser Petit Verdot." Was für ein Leckerbissen. Pertit Verdot wird normalerweise den Bordeaux-Mischungen beigefügt, aber mit der richtigen Herstellung kann er auch als einzelne Sorte ein richtiger Knüller sein. Er ist tiefschwarz und intensiv. Wir entscheiden, dass er ungefähr wie ein brennender Kräutergarten schmeckt. Wir schnappen uns unsere Gläser und gehen zum Orchideen-Gewächshaus, das nur ein paar Meter vom Verkostungszimmer entfernt ist.
Die exotische Gärtnerei ist angefüllt mit unterschiedlichsten und äußerst ungewöhnlichen Pflanzen. Nikki nutzt das Gewächshaus für Dinner und Feierlichkeiten in vertraulicher Atmosphäre, um das Catering kümmert sich natürlich 'Bread and Wine'.
Apropos, Neils Fleischerei ist legendär. Nur das beste und lokale Bio-Schweinefleisch nutzend, stellt er Parmaschinken, Schinken vom Schweinebauch, 'Saucisson Sec' (trockene Wurst) und vieles mehr her. Bei ihm kann man rustikales, ursprüngliches Essen erwarten. Brot wird täglich frisch gebacken, man kann es mit einer Fleischplatte oder cremigen Käse kombinieren - ein richtiges Country-Essen eben.
Mein Besuch neigt sich dem Ende zu. Stunden sind vergangen und ich hab es nicht mal gemerkt. Ich fühle mich, als ob ich an einem Spielautomaten in Las Vegas sitze – wo die Tage vergehen, ohne dass es die Spieler merken würden. Das liegt an der Anziehungskraft dieses Weinguts. Es ist dieser fantastische Mix aus verträumten Weinen, der ruhigen Umgebung, dem Essen, das die Franschhoeker Herkunft erkennen lässt, und auch die freundliche Familie, die hinter all dem hier steht.
Als wir losfahren, stoppen wir nochmal am Brunnen. Wir werfen ein paar Münzen hinein und lachen über unsere verrückten Wünsche. In den Worten der kecken Nikki Friedman: 'Bow-chikka-wow-wow'.
von Malu Lambert
Das Weingut Môreson liegt in Franschhoek, eine Autostunde von Kapstadt entfernt. Die Weinverkostung kostet R30 für fünf Weine, wenn du aber einen Wein kaufst, fällt diese Ausgabe weg. Du kannst nicht fahren? Dann kannst du den Wein auch im Wine Concepts auf der Kloof oder in Caroline’s Fine Wines auf der Strand Street in Kapstadt erwerben.
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