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Kapstadt – Wo die Straßen neue Namen erhalten?
Kapstadts Straßen könnten im Jahr 2011 umbenannt werden. Dies muss allerdings nicht zwingend zu Konflikten führen.
Die Debatte um Kapstadts Straßennamen ist zurück, und sie ist noch immer eine durchaus knifflige Angelegenheit. Wie würdest du dich fühlen, wenn man dir einen anderen Namen gibt?
Die Verbundenheit der Südafrikaner zu Namen und Bezeichnungen rührt aus den vielen kleinen Puzzleteilen, die gemeinsam die kollektive südafrikanische Identität bilden. Es geht hierbei um Unabhängigkeit und Zugehörigkeit, um Geschichte und Gleichheit. Es hebelt festgefahrene Sichtweisen aus und führt scheinbar unvereinbare zusammen, die das tägliche Leben unbewusst steuern. Es soll einen. Und Kapstadt übernimmt nun die Initiative.
Mit einem Appell, den Prozess der Versöhnung nicht zu gefährden und sich der Sache behutsam zu nähern, wandte sich die Ministerpräsidentin der Provinz Westkap, Helen Zille, an die Stadt. In den vergangenen drei Jahren wurde der Prozess auch aufgrund der Wahlen nahezu auf Eis gelegt. Die Gründe hierfür sind bis heute nicht ganz klar. Es ist allerdings offensichtlich, dass es sich um ein polarisierendes Thema für die Menschen am Kap handelt. „Das Problem beim letzten Versuch war, dass er die Leute nicht geeint hat, dass stattdessen Konflikte entstanden. Wenn wir ein überarbeitetes Konzept vorliegen haben, werden wir die Sache wieder angehen“, so Zille, die der Stadt selbst bis vor kurzem noch als Bürgermeisterin vorstand.
Gerade erst lehnte der Oberste Gerichtshof den Antrag der Parteien IFP und DA ab, die Neubenennungen gerichtlich zu kippen. Sie wollten die Entscheidung der Stadt nicht hinnehmen, 100 Straßen und zwei Gebäude umzubenennen.
Die eigentliche Frage ist jedoch, wer denn hier die wirkliche Verantwortung trägt. Es könnten die Bürger der Stadt sein. Aber als die Stadt ihre Bürger an dem Prozess teilhaben ließ, gingen gerade einmal dürftige 238 Vorschläge im Rathaus ein. Vielleicht sollte es erneut versucht werden. Das Thema muss mehr in den Medien stattfinden, um die Resonanz und Reichweite zu erhöhen und die Leute noch mehr für das Thema zu sensibilisieren. Dann besteht eine gute Chance, das Thema Umbenennungen für alle zufriedenstellend zu einem guten Ende zu bringen.
Abschließend ein kleines Beispiel, welches vielleicht zum Nachdenken anregt und deutlich macht, worum es in der Debatte gehen soll:
Umbenennung des „Hertzog Boulevards“ in „Nelson Mandela Boulevard“:
Als Premierminister der Südafrikanischen Union war J.B.M. Hertzog entscheidend dafür verantwortlich, die Stimmen farbiger Bürger zu „stehlen“ und an weiße Frauen weiterzugeben. Nelson Mandela war der erste demokratisch gewählte Präsident Südafrikas nach Ende der Apartheid. Der 82-jährige Volksheld ist heute eine Ikone der Freiheit und der friedlichen Demokratie.
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