Ein ungezwungenes und farbenfrohes Esserlebnis in Kapstadts Foreshore
City Soirée fördert die darstellenden Künste
Ungewöhnliche Darbietungen an unkonventionellen Orten
"Ich habe erkannt, dass viele Künstler, seien es Dichter oder Musiker, die in anderen Bereichen eine feste Arbeit haben, so wie ich, fünfmal die Woche unterrichten, nicht die Zeit haben, etwas einzuüben oder aufzuführen.", sagt Gerhard Maree. "Du schreibst ein kurzes Stück, kommst aber nicht dazu es den Leuten zu zeigen, weil es einfach keine Möglichkeit gibt. Was machst du also?" Und die Idee für City Soirée, eine Abendveranstaltung, die mindestens einmal im Monat in Kapstadt stattfindet, war geboren.
Ein Soirée ist ein Zusammentreffen, üblicherweise in einem Privathaus, um sich zu unterhalten oder zu musizieren
In einer Zeit, als Kapstadt versucht die Metropole neu zuerfinden, ist es der richtige Moment für City Soirée. Die Idee: ein Abend mit drei verschiedenen anspruchsvollen Auftritten, je 20 bis 30 Minuten, vor einem kleinen Publikum, in einer wechselnden Örtlichkeit. Auf den Punkt gebracht, bietet City Soirée: "Ungewöhnliche Darbietungen an unkonventionellen Orten und ist immer sehr gut", sagt Gerhard.
"Es gibt so viele talentierte Menschen hier in Kapstadt", fährt Gerhard fort und spricht auch über seine Vision, nachhaltige Kunst zu fördern. Während City Soirée noch eine sehr vertraute Atmosphäre offeriert und den Touch einer Underground-Veranstaltung hat, hat sich schon eine sehr ergebene Anhängerschaft gebildet. "Ein bisschen Lyrik ist immer dabei, aber hauptsächlich geht es um die Musik. Klassische Musik, Popmusik, Rockmusik, jeder, der ein Instrument erlernt hat, kann vorspielen. Es wird getanzt, Theaterstücke aufgeführt, Kurzfilme werden gezeigt, oder auch andere Dinge, die die Grenzen der Kunst neu auszuloten versuchen. Grundsätzlich sind wir offen wir alles!"
Gerhard will Künstlern eine Plattform bieten, damit sie den Kapstädtern, frische, anspruchsvolle und innovative Darbietungen bringen können. Gerhard hat dazu verschiedene Leute angesprochen, wie Professoren an der UCT, ob nicht einige deren Studenten eine Chance erhalten sollten, um ihre Stücke zur Aufführung zu bringen. "Teil der Strategie war es, durch die drei verschiedenen künstlerischen Formen oder die drei verschiedenen Auftrittsarten, auch wenn an einem Abend nur Musik aufgeführt wird, ist es ziemlich gewiss, dass sich eine Menschenmenge ansammelt. 20 Leute kommen wegen der Poesie, die anderen 20 Menschen wegen der klassischen Gitarrenvorführung, wiederum andere 20 wegen dem Kurzfilm. 60 Menschen, das ist ein richtiges Publikum."
So hat alles begonnen: "Ich habe meinen Freunden davon erzählt, und sie gefragt, was sie davon halten, wenn wir uns monatlich treffen, viel zu viel essen und trinken und was auch immer uns in den Sinn kommt, aufführen. Ich entschied mich dazu es Soirée zu nennen, weil mir die Idee einer Abendgesellschaft im letzten Jahrhundert gut gefällt. Damals war es für die oberen Zehntausend, zu dieser Gruppe gehören wir ganz offensichtlich nicht, aber mir gefällt der Gedanke dieser Kreativität zwischen Freunden. Damit angefangen haben wir im Mai 2010, je einmal pro Monat in einem Privathaus und dann kam die Creative Week Cape Town und ich dachte, dass man das Ganze einer breiteren Masse vorstellen sollte." Die ersten drei Abende des City Soirée wurden in der Wessel Snyman Gallery veranstaltet, des Weiteren in der Book Lounge, Haas Collective und der Unitarian Kirche, um die Leute aus den üblichen Veranstaltungsorten heraus zuholen und ihnen auch neue Orte zu zeigen.
"Das letzte Mal sind Loftus Marais, ein fantastischer Afrikaans Dichter, Dillion Banda, ein Simbabwier, der Shona Musik auf seiner Umbrera spielt, Vera Vukovic, die die Laute spielt, und Yuri Kuprashow, der Kontrabass spielte, aufgetreten. Thematisch ging das alles zusammen."
Das 'kostenlos' verbreitet sich schnell
Bisher ist ein City Soirée Abend kostenlos besuchbar, zelebriert wird der Kunst wegen. "Teil meiner Philosophie und meines Schaffens ist es, die Kunst von dieser Wohltätigkeit wegzubringen. City Soirée ist nur eines der Dinge, an denen wir interessiert sind, dass sie sich aufzweigen, um Kunst nachhaltig und experimentierend zu gestalten. Im Idealfall wird es sich dann selbst finanzieren." sagt Gerhard. Eine weitere Idee Gerhards ist es eine Firma zu gründen, die Geld verdient und die City Soirée Abende finanziert.
Vorerst wird City Soirée in der City Bowl bis Ende des Jahres 2011 bleiben, "Aber," fügt Gerhard hinzu, "ich will es so weit bringen, ganz Kapstadt mit diesen Events zu fluten."
Die Rückmeldungen der Menschen sind überragend und es gibt Anfragen diese Abende auch an der Westküste, Melkbos Strand, den nördlichen Vororten Kapstadts oder Stellenbosch zu veranstalten.
Text von Antonia Heil | Fotos von Malherbe Pelser
Gerhard Maree, ein klassischer Musikant, sein Fokus liegt auf der klassischen Guitarre, ist Ende 20 und zog Anfang 2007 von Pretoria nach Kapstadt. Im Moment unterrichtet er Musik, komponiert Musik für Filme und sein jetziges langfristiges Projekt ist City Soirée, das er mit Designer Charl Cater organisiert.
City Soirée
Gerhard Maree | Kapstadt | citysoireeinfo@gmail.com | www.facebook.com/CitySoiree
PS: Bringe eine Decke zu einem City Soirée Abend und lasse sie dort, damit sie an bedürftige Menschen gereicht werden kann.
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