Decodance

Der etwas andere Tanzclub

“These boots are made for walking, and that’s just what they’ll do and one of these days these boots are gonna walk all over you...” Ich bin im Decodance und schau gerade einem tanzenden Mädchen zu, das besoffen einen nervös aussehenden Jungen ansingt. Der DJ schlägt sein Tambourin zur Musik, aber ich kann es zwischen der lauten Musik im Club nicht hören. Sowohl die Tanzfläche als auch der Karaokeraum bebt. Im Decodance ist es wie immer voll.

Wir gehen in diesen Club, wenn wir Lust zu tanzen haben, ohne dass Massen von Teenagern um uns herum schwirren, die Claremont am Wochenende normalerweise anzieht. Ins Decodance kommst du nämlich erst mit 22 Jahren. Ursprünglich war der Club in Woodstock, ist allerdings nach Sea Point umgezogen. Wenn man etwas zu viel Alkokohl getrunken hat, ist es relativ schwer, den Club über die kniffelige Treppe zu verlassen. Daher solltest du es so wie wir machen: Geh vor 22 Uhr hin, dann entgehst du dem Eintrittsgeld und dem starken Gewusel auf der Tanzfläche.

Musik, an die du vergisst, dich zu erinnern

Im Club findest du zwei Abteile: die Raucherzone und die für Nichtraucher. Beide Räume haben ihren eigenen Dancefloor und eine Bar. Als wir müde vom Tanzen zu den 60ern, 70ern und 80ern sind, setzen wir uns an die Bar. Sie führen alle üblichen Getränke, aber wir haben heute nur Lust auf Karamellwodka.

Wir verlassen den verrauchten Raum und nehmen uns einen Tisch in der mittleren Abteilung des Clubs. Die Nichtraucherzone füllt sich mittlerweile auch schon. Zum Glück hält die Klimaanlage die Tanzfläche von Schweiß- und Rauchgeruch fern. (Auf der Mädchentoilette stehen sogar Deos bereit, falls jemand Lust hat, sich frisch zu machen.) Der Platz hier ist einfach hervorragend, da man sich kurz vom Tanzen erholen kann.

Was den Club aber wirklich ausmacht, ist die Musik. Der DJ spielt ein Mix aus Pop, Rock und Dance, der alles beinhaltet, was mal irgendwie irgendwann aktuell war. Es ist wirklich super lustige Musik, um mitzusingen und sich beim Tanzen ein wenig zum Affen zu machen – Hauptsache man nimmt sich nicht zu ernst.

Es gibt nichts, was es nicht gibt

Als wenn die Musik nicht schon genug ist, organisiert das Decodance monatlich Mottoparties, wie eine Karneval oder Piratenparty. Wir brauchen nun mal alle einen Grund, um uns andauernd zu verkleiden. Nutz also die Chance und trag den ganzen peinlichen Kram, den du dich sonst nicht traust, zu tragen. Das Beste Outfit gewinnt sogar einen Geldpreis – es ist also schlimmer, leer aus zu gehen.

von Lindsay Callaghan | Ins Deutsche übersetzt von Jana Lüdtke

 

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